Internationale Woche der Solidarität für Anarchistische Gefangene 2021

Heute beginnt die Internationale Woche der Solidarität für Anarchistische Gefangene.

Das Einsperren von Menschen soll uns trennen, einschüchtern und mundtot machen. Lasst uns dem Staat und seinen Repressionsorganen einen Strich durch die Rechnung machen, indem wir uns gegen seine Repression verbünden, (auch) an der Repression, die wir erfahren, unsere Stärke spüren, unsere Analysen schärfen, Bündnisse und Freund*innenschaften stärken!

Wir denken in dieser Woche insbesondere an die Antifaschistin Lina, sowie Björn** und Ella*** aus dem Widerstand für den Danni im Herbst 2020, die sich seitdem in Haft befinden.

Dass unter den Eingesperrten so oft und zunehmend FLINTAs (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre Personen, trans Männer und Agender/Asexuelle Personen) sind, ist für uns kein Zufall; es spricht dafür, dass der Staat Angst vor starken FLINTAs und feministischer Organisierung hat und deren Erstarken – zu Recht – als Gefahr für sich identifiziert. Daher: Lasst uns umso mehr feministische Allianzen bilden, einander stärken und füreinander sorgen!

Nicht nur in deutschland, auch weltweit sitzen Anarchist*innen in den Knästen. Mithilfe der aktuellen Adressliste könnt ihr ihnen Briefe und teilweise auch Fotos oder mehr schicken.

Wie Briefe an Gefangene schreiben? Infos dazu gibt es zum Beispiel hier: https://archive.org/details/briefefaq

Weitere Gefangenenlisten zum Briefe schreiben:

Wir haben uns sehr gefreut, im April von der Freilassung auf Bewährung von Lisa, die mit dem Vorwurf, in Aachen eine Bank überfallen zu haben, in Spanien inhaftiert gewesen war, zu erfahren!

Unsere solidarischen Grüße und unsere Kraft gehen insbesondere an Thomas Mayer-Falk in die JVA Freiburg und an Andreas Krebs nach Italien.

Die Internationale Woche der Solidarität für Anarchistische Gefangene (aber natürlich auch jede andere Woche!) kann auch für Soli-Aktionen genutzt werden. Einige aus deutschland gibt es zum Beispiel schon hier anzusehen.

Mehr zur Knästen, Rassismus, der abolitionistischen Befreiungsbewegung u.v.m. findet ihr in unserer Materialsammlung.

Freiheit für alle Gefangenen!

 

 

*Post an Lina kann aktuell per Mail gesendet werden.
Alle Infos: https://freiheitfuerlina.noblogs.org/

**Post an Björn:
Björn + Nachname von der Antirepressionsgruppe erfragen
Justizvollzugsanstalt Rohrbach
Peter-Caesar-Allee 1, 55597 Wöllstein
Alle Infos: https://freethemall.blackblogs.org/gefangene/gefangener-mit-unklarem-namen/

***Post an Ella (UWP1) an:
JVA Preungesheim
JVA 3 z.H. UWP Eins
Obere Kreuzäckerstraße 4
60435 Frankfurt am Main
Alle Infos: https://freethemall.blackblogs.org/unbekannt/

Neues Zine von Awarenetz und ignite zu Transformativer Gerechtigkeit

Endlich ist es soweit! Wir freuen uns sehr euch unser Gemeinschaftsprojekt vorstellen zu können:

Dieses Zine (selbstgemachte Broschüre) entstand in den letzten zwei Jahren als ein Gemeinschaftsprojekt von Awarenetz und dem ignite! Kollektiv, dabei stammen die meisten Texte von Awarenetz. Die Texte sollen ein Diskussionsbeitrag zur Theorie und Praxis rund um Herrschaft, Transformative Gerechtigkeit und Gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme sein. Wir brauchen Antworten auf zwischenmenschliche, insbesondere intime Gewalt in unseren Gemeinschaften. Nutzt die Texte und Wissenssammlungen in diesem Zine als Denkanstösse, praktische Werkzeuge und Grundlage zur Diskussion. Dabei stellen sie aber nur eine momentane Aufnahme in unserer  eigenen Auseinandersetzung dar. Wir diskutieren weiter und  manches wird vielleicht bald schon überholt sein. Daher freuen  wir uns über weitere Diskussionsbeiträge von euch, Feedback und Kritik.
Kontakt zu uns findet ihr auf awarenetz.ch und ignite.blackblogs.org
 
Ihr könnt dir Broschüre als Online-Leseversion oder in verschiedenen auch druckfähigen Formaten auf archive.org anschauen und herunterladen.

Lese-Empfehlung: Berichte aus der TG-Praxis!

– Da Praxis-Erfahrungen schwer verschriftlich zu finden sind, freuen wir uns besonders wenn Gruppen von ihrer praktischen Transformativen Gerechtigkeit (TG) Arbeit berichten. Im folgenden findet ihren einen Text einer TG Gruppe aus Freiburg im Breisgau, der ursprünglich auf barrikade.info veröffentlicht wurde –

Übersicht über die Gruppen-Struktur des TG-Prozesses in Freiburg

(Gemeinschaftliche) Umgänge mit sexualisierter Gewalt: ein Praxisbeispiel

Seit nun schon einem halben Jahr arbeiten wir in Freiburg im Breisgau (DE) Fälle sexualisierter Gewalt auf, welche durch eine gewaltausübende Person verübt wurden. In der letzten Veröffentlichung, welche ihr z.B. im Koraktor von Dezember 2020 oder auch bei barrikade.info (https://barrikade.info/article/3980) nachlesen könnt, sind wir viel darauf eingegangen, warum wir mit Transformativer Gerechtigkeit (TG) arbeiten und was das Konzept dahinter ist. Im nachfolgenden Text möchten wir nun näher beschreiben, wie wir dies konkret umsetzen und mit was für weiteren Fragestellungen und Auseinandersetzungen wir uns bei der Arbeit mit TG konfrontiert sehen. Wir, die Menschen, die diese Arbeit dabei gerade machen, beschreibt dabei etwa ein Dutzend Menschen aus feministischen, emanzipatorischen Kreisen in der Stadt und vor allem den sich überschneidenden Umfeldern von betroffenen Personen und der gewaltausübenden Person. Nach einem ersten Teil zur konkreten Entstehung des TG-Prozesses und der Struktur, stellen wir danach unsere Vorstellung von Definitions- und Handlungsmacht als zwei grundlegende Aspekte unserer Arbeit vor.

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Podcast-Empfehlung „Sicherheit für wen!?“ von RDL

Nachdem wir mit einem Interview schon bei der ersten Folge des Podcasts dabei waren (zur Folge geht’s hier), würden wir gerne auch allgemein auf die kommenden wunderbaren Folgen aufmerksam machen. Hört mal rein!


Hier mehr zur Podcast-Reihe:

Institutionalisierte Diskriminierung in der Polizeiarbeit und alternative Ansätze – Eine Podcastreihe

Rechte Chatgruppen in Deutschland, rassistische Polizeigewalt in den USA, die Diskussion um Racial Profiling – fast jede Woche dringen derzeit neue Artikel, Sendungen oder Podiumsdiskussionen an die Öffentlichkeit, welche verschiedene Aspekte der Polizei kritisch beleuchten. Auch wir fragen uns: Was ist Polizei? Wieso ist Polizei? Und was könnte es stattdessen geben?

Für die Podcastreihe “Sicherheit für wen?!” sprechen wir mit Personen, die von Polizeigewalt betroffen sind, fragen bei Intitiativen, und ja, natürlich auch bei der Polizei nach Antworten.

Ab dem 19. Mai läuft jeden dritten Mittwoch des Monats um 20:00 bei Radio Dreyeckland eine Reihe, die einen kritischen Blick auf die Polizei, ihre Struktur, ihr Wirken und schließlich Alternativen zum Status Quo wirft.

In der ersten Folge dreht sich alles um die Ursprünge, also die Historie der Polizei. Hört bei uns mehr zur Geschichte und Hintergründen polizeilicher Arbeit, zu lokalen Gruppen und Einzelpersonen aus Freiburg, die sich mit der Dokumentation und Aufarbeitung von Diskriminierung beschäftigen und Überlegungen zu Reformen und Alternativen.

Unter anderem erwarten euch Inputs zu den Themen
– Polizeihistorie
– Psychologie der Polizei
– Racial Profiling
– Transmisogynie und Sexismus
– Transformative Gerechtigkeit und Awareness

Falls ihr selbst etwas zum Thema beizutragen habt, in lokalen Projekten involviert seid oder Tipps für weitere Quellen und Interviewpartner*innen habt, dann meldet euch hier:
polizeirecherche@rdl.de
PGP-key

 

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Außerdem hier noch der Hinweis auf eine aktuelle Umfrage zu Racial Profiling in Freiburg:

[English] https://www.survio.com/survey/d/C4M0H7R9K2P6Q4H1A
[Deutsch] https://www.survio.com/survey/d/W4P5M6O4F4P5N6M3X

Rede zum IDAHOBIT: Wir haben keine Bitten – wir kämpfen für unsere Befreiung

Rede einer Freiburger Bezugsgruppe von/aus trans und nicht-binären Menschen zusammen mit dem ignite! Kollektiv² auf der IDAHOBIT Kundgebung in Freiburg am 17.05.2021:

 

Heute zum internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Queerfeindlichkeit (IDAHOBIT) interessieren sich plötzlich alle scheinbar für unsere Themen. Ob Weltbank, EU oder die SPD, alle wedeln fleißig mit der Regenbogenfahne.¹

https://publish.barrikade.info/IMG/jpg/idahobit_cc-by-nc-sa_4.0_4.jpg

Da kommt die Frage auf wieso wir uns heute eigentlich treffen wenn doch alle von Staat bis Kapital unsere Verbündeten sind? Wenn wir uns die Politik dieser Institutionen mit ihren Regebogenfahen jedoch an anderen Tagen anschauen, lässt sich das eher beantworten. Die SPD als Teil der Regierung hat das jahrzehntelange Verschieben einer Reform des sogenannten Transsexuellengesetz schon wieder verschoben. Die EU wiederum zieht weiter die Mauern hoch und lässt so auch queere Menschen auf der Flucht ertrinken oder schiebt sie ab. Generell verschärfen kapitalistische Ausbeutung und weltweite Ungleichheit die Diskriminierung und Gewalt gegen Queers überall.

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Unser Podcast „Neues aus dem Wald“ ist da!

Für die Kampagne gesellschaft*macht*geschlecht haben wir einen dreiteiligen Podcast zu den Themen Klimagerechtigkeit, community building und gemeinschaftliches Leben in (klima-) politischen Projekten produziert. Alle Teile gibt es jetzt hier zu hören.

In Folge 1 „Klimagerechtigkeit & Klimakämpfe“ leiten wir in die Thematik ein und beschäftigen uns damit, was Klimagerechtigkeit und Klimakämpfe bedeuten und wie dabei Solidarität funktionieren kann.

In Folge 2 „Erfahrungen aus der Klimabewegung“ wird es um konkrete Herausforderungen im Leben in politischen Projekten gehen – wie mit Repressionen von außen als auch internen Herrschaftsmechanismen umgegangen werden kann und was Gemeinschaften tun können, um (mehr) Autonomie und Resilienz zu generieren.

In Folge 3 „Kämpfe verbinden“ werden wir darüber sprechen, wie lokale Kämpfe globale Dimensionen bekommen können und stellen als ein Beispiel fürs Anknüpfen an indigenes Wissen Konzepte Transformativer Gerechtigkeit vor. Abschließend reden wir über die Corona-Krise, ihre verschärfende Wirkung auf soziale Ungerechtigkeit sowie das Potential der aktuellen Lage, Solidarität zu stiften und uns vor Augen zu führen, dass globale Herrschaftsmechanismen veränderbar sind.

Hört mal rein!

Wir freuen uns über Gedanken & Feedback an ignite@immerda.ch.

 

 

Februar ist Black History Month

Content Notice, CN (Hinweis zum Text): Der folgende Text beschäftigt sich mit Rassismus und erwähnt Polizeigewalt, Covid-19 und den Anschlag in Hanau 2020. Diese Themen können emotional belasten und triggern. Im Zweifel lest den Text nicht oder gemeinsam mit Freund*innen und achtet auf Euch.

 

Februar ist Black History Month. Der hat in einigen Ländern wie den USA und Großbritannien offiziellen Status und schafft einen Rahmen für das Erinnern an Schwarze Persönlichkeiten wie etwa Schwarze Bürgerrechtler*innen und die Geschichte_n Schwarzer Menschen, die auch – aber bei Weitem nicht nur – eine Geschichte der Versklavung und Gewalt ist. Die 2020 um die Welt gegangenen Zeugnisse von (Polizei-)Gewalt und Morden gegen BIPoC (Black, Indigenous and People of Color – zusammenfassende Selbstbeschreibung für Menschen, die von Rassismus betroffen sind aus US-Kontext) und die Black Lives Matter-Bewegung verleihen den Anliegen des Black History Month dieses Jahr besondere Aktualität.

2020 und folgende sind eine fordernde Zeit für BIPoC. (Polizeilicher) Rassismus war auf der Straße, und nun auch vermehrt in den Medien allgegenwärtig (nicht immer gelungen, wie zuletzt bei „Die letzte Instanz“ des WDR – besser, nein, am besten!, macht‘s “Die beste Instanz” mit Enissa Amani). Auch sind marginalisierte Menschen wie BIPoC mehr von der Pandemie betroffen – konkret gesundheitlich, aber auch zusätzlich aufgrund von durch die Jahrhunderte gewachsenen Verflechtungen von Rassifizierung mit verschiedenen anderen Diskriminierungsformen wie Klasse/Armut/Arbeit und Gesundheit/Be_Hinderung.

„I can‘t breathe!“

Die verschiedenen Effekte und Erscheinungsformen von Rassismus – Ermordung durch Cops, das Ertrinken im Mittelmeer, das Erkranken und Sterben an Krankheiten wie z.B. Covid-19, besondere Ausgesetztheit gegenüber Umweltschäden und Klimawandel,… – beschreibt die Rassismusforscherin Vanessa Thompson mit Rückgriff auf den französischen antikolonialen Theoretiker Frantz Fanon als die “Verunmöglichung von Atmen”.

Für uns ist der Black History Month dieses Jahr Anlass, uns mit der Geschichte der Theorien und Praxen, die uns wichtig sind und mit denen wir arbeiten, zu beschäftigen. Denn viele der Ideen, auf die wir – Teil feministischer, klimapolitischer, linker und alternativer Subkulturen – bauen, wurden von indigenen und Schwarzen Menschen und Gemeinschaften of Color entwickelt und geprägt.

Das gilt zum Beispiel für das Konzept Intersektionalität, geprägt von der Schwarzen US-Juristin Kimberlé Crenshaw, die das Zusammenspiel verschiedener Positionierungen (ursprünglich: race, class & gender) beschreibt. Dieses beruht wiederum auf den Erfahrungen (radikaler) Schwarzer Frauen, die weder vollständig im weiß dominierten Feminismus und Sozialismus noch in der männerdominierten Schwarzen Befreiungsbewegung oder der liberalen Organisierung Schwarzer Frauen aufgingen (vgl. z.B. Combahee River Collective, A Black Feminist Statement, 1977). Intersektionalität ist ein Meilenstein für mehrfachdiskriminierte Menschen, um sich ihre politische Lage erklären und sie beschreiben zu können. Diese politische und auch akademische, … Arbeit ist die Grundlage, auf der wir heute verschiedene Formen von Diskriminierung überhaupt zusammendenken und Kämpfe gegen einzelne Formen von Diskriminierung und für Emanzipation vereinen können.*

Ähnlich verhält es sich mit unseren Herzensthemen Transformative Gerechtigkeit (TG) und Gemeinschaftlicher Verantwortungsübernahme (Community Accountability): Sie beruhen auf den jahrhundertealten Praxen restaurativer Konfliktlösungsprozesse indigener Gemeinschaften in Nordamerika und der Maori, wurden weiterentwickelt von US-Abolitionist*innen und Queers of Color. Wir wollen euch zwei tolle (englischsprachige) Texte zu den komplexen und wichtigen Auseinandersetzungen um TG hier empfehlen:

Aber auch andere Gebiete wie nachhaltige Landwirtschaft und Permakultur sowie verschiedene Musikgenres haben ihre Entstehung in BIPoC-Kultur_en, und werden nach einiger Zeit als Konsumgut für und zum Profit weißer* Menschen kommerzialisiert.

Was bedeutet es also für uns als linke Leute in einem weiß dominierten (Szene-) Umfeld, in der Uni, in der Besetzung, im Lesekreis oder Autonomen Zentrum, in Theorie & Praxis mit Schwarzem Wissen zu tun zu haben?

Für uns sind Ansätze hierzu, uns mit Geschichte und Kultur von BIPoC, und im europäischen/deutschen Kontext auch insbesondere mit jüdischen, migrantisierten und Geflüchtetenperspektiven auseinanderzusetzen, dazu zu recherchieren, lesen & zuzuhören (Tipp: BIPoC Projekten & Leuten auf Twitter/Mastodon folgen!). Kämpfer*innen und Theoretiker*innen sichtbar(er) zu machen und ihre Ideen zu verbreiten. Uns zu bemühen, unsere Angebote für alle zugänglich(er) zu machen, z.B. durch Mehrsprachigkeit und Übersetzungen. Repression aus Perspektive rassifizierter Perspektive mitzudenken, Wissen dazu zu teilen, Geld & praktischen Support zu geben (z.B. über den A Fund). Zu versuchen, unsere von weißer Hegemonie geprägten Verständnisse bestimmter Begriffe und Handlungen abzulegen und unser Bewusstsein für neue Prioritäten, Bedeutungen und Verständnisse zu öffnen (z.B. Spiritualität). Ernst zu nehmen und zu unterstützen, was Schwarze Abolitionist*innen forder(te)n – zum Beispiel eine unversöhnliche Kritik an Polizei, Repression & Knast aufrechtzuerhalten, auch wenn diese vielen (gerade) nicht (lebens-)bedrohlich erscheinen, weil sie weiß und auch anderweitig privilegiert sind. Ein Überblick über abolitionistische Forderungen findet sich im Text „Burn down the American Plantation. Call for a Revolutionary Abolitionist Movement“.

Das sind einige Überlegungen & Praxen von uns, den Wurzeln von TG und vor allem BIPoC-Mitstreiter*innen im Hier und Jetzt gerecht zu werden. Wir haben offensichtlich nicht den Masterplan, unsere Gedanken und Praxis dazu sind ein fortlaufender Prozess. Wir freuen uns über Gedanken und Kritik dazu im solidarischen Austausch.

Diesen Februar jährt sich auch der Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020, als ein rassistischer Mörder gezielt 9 migrantisierte Menschen erschoss. Auch ein Jahr später bleiben wichtige Fragen um den Umgang der Sicherheitsbehörden unbeantwortet: Wieso konnte der Notausgang der Arena Bar, vermutlich zwecks polizeilicher Razzien, verschlossen werden? Warum kamen die vielen Notrufe der Opfer und Überlebenden während der Tatnacht nicht durch? Warum wurden die Ermordeten gegen den Willen ihrer Angehörigen obduziert? Warum erhielten die Angehörigen Gefährderansprachen, während der Vater des Täters seinen Sohn in Schutz nimmt und gegen das Gedenken hetzt?

Hanau erfüllt uns mit Trauer, Wut und Unverständnis. Wir fordern Aufklärung und sind in Gedanken bei den Überlebenden und Angehörigen und allen, die seit Hanau Angst haben.

Und wir freuen uns über die Gedenkveranstaltungen und vor allem die Projekte, die aus der Selbstorganisierung der Angehörigen entstanden sind, z.B. die Bildungsinitiative Ferhat Unvar (auf Twitter @BI_FerhatUnvar).

 

#saytheirnames

Kaloyan Velkov

Fatih Saraçoğlu

Sedat Gürbüz

Vili Viorel Păun

Gökhan Gültekin

Mercedes Kierpacz

Ferhat Unvar

Said Nesar Hashemi

Hamza Kurtović

 

Erinnern heißt kämpfen!

 

 

* Beispiel aus der Klimagerechtigkeitsbewegung: Das Zine “Kämpfe zusammen_führen. Warum Klimawandel kein Ökothema ist

* weiß wird in diesem Text klein und kursiv geschrieben, um darauf hinzuweisen, dass Weißsein die unhinterfragte Norm in einer rassistischen Gesellschaft ist, während Schwarz, da es eine positive Selbstbezeichnung ist, groß geschrieben wird.